Hans Kelsen

11. Oktober 1881, Prag, im damaligen Österreich-Ungarn – † 19. April 1973, Orinda (Nähe Berkeley), USA

 Hans Kelsen gilt als einer der bedeutendsten Rechtswissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Er erbrachte insbesondere im Staatsrecht, im Völkerrecht sowie als Rechtstheoretiker herausragende Beiträge.

Kelsen studierte an der Universität Wien Rechtswissenschaften und habilitierte sich 1911 in Staatsrecht und Rechtsphilosophie.

Im Jahr 1919 wurde er ordentlicher Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Wien, wo er die Zeitschrift für Öffentliches Recht (Journal of Public Law) entwickelte und Herausgeber wurde. Im März 1919 wurde er mit der Ausarbeitung der Verfassung des neuen Staates beauftragt. Das von der Konstituierenden Nationalversammlung beschlossene Bundes-Verfassungsgesetz vom 1. Oktober 1920 ist zwar nicht, wie es oft heißt, von ihm allein verfasst, aber von ihm maßgeblich mitgestaltet worden. Das so genannte B-VG (der Bindestrich grenzt es von auf Grund der Verfassung erlassenen Bundesverfassungsgesetzen ab) gilt in der Fassung von 1929 (Stärkung der Rechte des Bundespräsidenten, Neugestaltung des Verfassungsgerichtshofes) mit den sich wegen des EU-Beitritts 1995 ergeben habenden Modifikationen bis heute.

Im Jahr 1930 wurde Kelsen Professor für Völkerrecht an der Universität zu Köln. Als die Nationalsozialisten im Jahr 1933 in Deutschland an die Macht kamen, wurde er von seinem Posten entfernt und zog nach Genf, wo er Völkerrecht an der Graduate Institute of International Studies in den Jahren 1934-1940 unterrichtete.

Zwischen 1936-1938 war er kurzzeitig Professor an der Deutschen Universität in Prag, bis er schließlich wieder nach Genf zurückkehrte, wo er bis 1940 blieb.

Im Jahre 1940, im Alter von 58 Jahren, zog er in die Vereinigten Staaten von Amerika.

An der Harvard University erhielt er ein Ehrendoktorat, aber keine feste Anstellung. 1942 wechselte er an die University of California, Berkeley, wo er 1945 zum „Full Professor“ ernannt wurde und bis 1957 der Politikwissenschaft lehrte.

Während dieser Zeit befasste sich Kelsen eindringlicher mit der Anwendung seiner Normenlehre auf das Völkerrecht. So hat er einen heute immer noch in großen Teilen gültigen Kommentar zum Recht der Vereinten Nationen verfasst.

(Source: en.wikipedia.org/wiki/Hans_Kelsen)

Hans Kelsen (Quelle: Universitätsarchiv Köln, Zug. 20/Nr.49)
Portrait Hans Kelsen